Historie der K. Gössel Verwaltungs GmbH & Co. KG

1. Oktober 1885 Gründung

Die Geschichte beginnt mit dem Baumaterialiengeschäft K. Gössel in Karlsruhe beim Mühlburgertor-Bahnhof. Die Firma trägt den Namen des Gründers Konrad Gössel, von Beruf Baumeister, der mit 29 Jahren am 1. Oktober 1885 den Baustoffhandel gründet und zu dessen Inhaber wird.

Firmengründer Konrad Gössel Firmengründer Konrad Gössel
Wahlspruch der Firma Gössel: „Kunst bringt Gunst“, der Gibel des alten Firmensitzes Wahlspruch der Firma Gössel: „Kunst bringt Gunst“, der Gibel des alten Firmensitzes

Die Firmengründung fällt in die Zeit des enormen Wachstums der Städte. In den folgenden Jahren verdoppeln sich die bebauten Flächen in Karlsruhe, die Einwohnerzahl wächst um das Dreifache. Die Residenzstadt entwickelt sich zur Industriestadt.

Dem Wachstum entspringt eine Hochkonjunktur der Bauwirtschaft und damit auch des Baustoffhandels, der sich in den Folgejahren unter Schüben der Nachfrage vergrößert.

1895 Filiale Pforzheim

Zehn Jahre nach der Gründung wird im Jahr 1895 eine Filiale der Firma Gössel in Pforzheim eröffnet.

Die Lagerhallen sind auf der Rückseite zu der Eisenbahnlinie Pforzheim-Stuttgart hin ausgerichtet. Der großflächige Lagerhof, mit eigenem Anschlussgleis versehen, wird zur Straßenfront durch ein hohes, repräsentatives Wohn- und Bürogebäude begrenzt.

Wohnungen, Büroräume und Arbeitsstätten liegen auf einem Grundstück nahe beieinander. Der Weg zum Arbeitsplatz ist für den Chef kurz, doch die Betriebsgeräusche machen sich in den Wohnungen störend bemerkbar: noch gibt es einen Arbeitstag von 11 Stunden.

Filiale Pforzheim Filiale Pforzheim
Firmengelände an der Bannwaldallee Firmengelände an der Bannwaldallee

1895 Bannwaldallee

Eine weitere Niederlassung entsteht in Karlsruhe um 1895 in der Bannwaldallee, wiederrum in der Nähe einer Eisenbahnlinie, die westlich der Alb in Richtung Mühlburg verläuft.

Weit außerhalb der Siedlungsgrenzen der Stadt wird auf diesem Gelände Naturstein – Sandstein, Marmor und Granit – zu Baumaterial verarbeitet.

Etwas später entsteht hier ein zukunftsträchtiges Betonwerk, nachdem Beton den Werkstoff Naturstein mehr und mehr verdrängt. In der Folge verlieren die Steinbrüche in Ochsenbach und Klingenmünster zunehmend an Bedeutung.

1896 FIRMENSITZ KRIEGSSTRASSE IN KARLSRUHE

Ein Jahr später richtet sich die erweiterte Firma Gössel in Karlsruhe auf dem Gelände der ehemaligen Eisengießerei Seneca zwischen Kriegs-, Garten- und Jollystraße ein. Lagerplatz und Lagerhallen orientieren sich in der Anordnung hin zu dem bedeutendsten Transport- und Verkehrsmittel der Zeit: der Eisenbahn.

Zu dieser Zeit liegt das neu erworbene Firmengelände noch am Rande der Stadt in der Nachbarschaft von Gewerbebetrieben, die sich um die Trassen der Eisenbahn herum ansiedeln.

Die letzten Spuren dieser Eisenbahnlinien nach Mannheim und nach Maxau/Wörth finden wir heute im geschwungenen Verlauf der Mathy- und Jollystraße, die der Trassenführung der Bahnlinien folgen.

Die Bahnlinie, den Lagerplatz, die Lagerhallen auf der Rückseite, stellt sich die Firma K. Gössel zur Front der Kriegsstraße mit zwei prachtvollen Wohnhäusern dar, deren Natursteinfassaden den Dekor der Gründerzeit bis heute vergegenwärtigen.

Der Torbogen, der die Wohnhäuser Kriegsstraße 97 und 97a verbindet und den Zugang zu dem damaligen Firmengeländer markierte, verweist uns heute noch auf den früheren Besitzer.

Nach 1900 Spuren in Karlsruhe und Umgebung

Landhaus-Kolonie Ettlingen - ein Projekt der Firma Gössel

Der Besitz eines großen Waldgeländes am Beginn des Albtals bei Ettlingen veranlasst den Unternehmer im Baugeschäft Konrad Gössel kurz nach der Jahrhundertwende zu einem ungewöhnlichen Vorhaben: zur Projektierung einer Landhaus-Kolonie.

Die Idee dieses Siedlungsprojektes ist es, ,,Eigenhäuser in ländlicher Umgebung" außerhalb der hektischen lärmenden Stadt mit ihrer schlechten Luft und den oft dunklen Wohnungen kostengünstig zu errichten. Die Bodenpreise im stadtnahen Villengebiet der Karlsruher Weststadt sind hoch, nur für wenige bezahlbar; außerhalb der Stadt sind die Preise niedrig. Doch gibt es hier andere Beschränkungen für die Besiedlung, für das Wohnen im Grünen: die Benzinkutsche, das Automobil ist zwar erfunden, aber nicht verbreitet. Noch verkehrt man zu Fuß, mit Pferdekutschen, in der Großstadt mit der ,,Elektrischen", und zwischen den Städten mit der Eisenbahn. Das Fahrradfahren ist schon verbreitet, aber eher als Freizeitvergnügen für die jüngeren, sportlichen Zeitgenossen.

Das Baugelände liegt jedoch günstig in der Nähe der Albtalbahn und die Planung einer eigenen Haltestelle garantiert den künftigen Bewohnern der Landhäuser kurze Fahrzeiten nach Ettlingen und Karlsruhe.

Ein weiterer Vorteil für die Bebauung des Geländes: eine Straße und eine Trinkwasserleitung sind schonvorhanden. Die Gas- und Elektrizitätsversorgung der Landhauskolonie werden tragbar, wenn diese eine bestimmte Größe erreicht, denn die Kosten reduzieren sich mit der Anzahl der  rundstücke und Bauvorhaben.

Diese Rechnung liegt dem Projekt Landhauskolonie zugrunde. Nun geht es darum, die etwa 40 Einzelhäuser, die zum Verkauf angeboten werden sollen, in ihren Kosten zu kalkulieren. Ein Bebauungsplan zur vorläufigen Parzellierung der Baugrundstücke wird erstellt; Architekten (Schweickhardt / Betzel) liefern Entwürfe zu 5 verschiedenen Häusern im Landhaus-Stil.

Die künftigen Käufer können die Größe ihres Grundstückes bestimmen und den ihrem Geschmack und ihrer Zahlungsfähigkeit entsprechenden Landhaustyp auswählen.

Die Mindestgröße des Bauplatzes ist mit 1000 m2 vorgegeben; das kleinste, kostengünstige Landhaus hat zwei Geschosse, vier Zimmer, Küche und Bad

Die Größe des Bauplatzes ist nach oben hin nicht begrenzt, der teuerste Haustyp beträgt das fünffache der Kaufsumme des Vier-Zimmer-Landhauses. Dieses „herrschaftliche Landhaus“ enthält neben der Garderobe, dem Empfangsraum, der Halle weitere sieben Zimmer, eine Küche mit Anrichte und Speisekammer, ein Badezimmer mit Ankleideraum und drei Toiletten.

Für den Gesamteindruck der Kolonie verbürgt sich der Unternehmer: „Die Formgebung der einzelnen Häuser wird derart gehalten, dass der Gesamteindruck ein harmonischer wird. Geschmackvolle, bodenständige Landhausarchitektur soll der Kolonie ein vornehmes, einheitliches Gepräge verleihen. Künstlerisch minderwertige Bauten und Einfriedungen werden keinenfalls zur Ausführung zugelassen. Die Gartenanlagen und Innenausstattungen kann sich jeder Bauherr je nach seinen Mitteln und Geschmack gestalten."

Das Projekt Landhauskolonie wurde 1910 gestartet. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der die Bautätigkeit lähmte, war nur ein kleiner Teil der Kolonie in den Vorkriegsjahren errichtet worden.  Diese Häuser bestehen teilweise noch heute, wenn auch durch An- und Umbauten häufig den heutigen Bedürfnissen angepasst.

Nach 1900: Spuren im Zentrum

Im Zentrum der Stadt findet man weitere Spuren der Bautätigkeit der Firma Gössel: Die Fassade des Kaufhauses Karstadt – erbaut von W.H. Kreis –  wurde aus dem hellen Sandstein der Firma gefertigt.

Nach dem Ersten Weltkrieg: Moderne Zeiten - Die Zwanziger Jahre

Eine Reise durch die Firmengeschichte führt uns durch die Stadt zu den großen Baustellen der Zwanziger Jahre. Die Stadt Karlsruhe wächst in den Randbereichen. Die größeren Bauvorhaben der Zeit sind Wohnsiedlungen, die von gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften errichtet werden.

Ein Auftraggeber für die Firma Gössel ist die Gemeinnützige Mieter- und Handwerker-Genossenschaft, die 1921 mit dem Bau der Hardtwald-Siedlung beginnt.

Eine spätere, renommierte Großbaustelle, auf der wir der Firma Gössel begegnen, ist die von Walter Gropius geplante Dammerstock-Siedlung, die 1929 eingeweiht wurde.

Ein Kommentar der damaligen Tageszeitung berichtet vorausschauend: Zweifellos ist die Dammerstock-Siedlung ein Unternehmen, welches die Aufmerksamkeit aller am modernen Wohnungsbau interessierten Kreise des Inlandes und Auslandes auf sich ziehen wird. Denn es werden hier mit einer geradezu imponierenden Systematik fast alle neuen Erfindungen und

Möglichkeiten auf dem Gebiet des Hausbaues und der Wohnungseinrichtung ausprobiert."

Die neuen Erfindungen" im Hausbau stehen im Zeichen der Rationalisierung die alle Bereiche der Wirtschaft beherrscht und auch in den Wohnbereich eindringt.

Dem zeitgenössischen Betrachter der Siedlung schien es, als seien vor allem die Dächer der Siedlungsgebäude ,,wegrationalisiert". So bedeutete die ungewohnte Flachdach-Architektur der Dammerstocksiedlung für manche Zeitgenossen vom Fach einen unverzeihlichen Bruch mit der Konvention. Es begann ein erbitterter Streit um das Flachdach, der die Spalten der Zeitungen und Architektur-Zeitschriften füllte.

Die Fa. Gössel ist konstruktiv an den Dächern der Dammerstocksiedlung beteiligt. Das Flachdach der langen, viergeschossigen Häuserzeile war eine Gössel-Konstruktion und wurde ein bautechnischer Erfolg, der die Voraussagen der Flachdachgegner widerlegen konnte: dieses Dach blieb 30 Jahre lang dicht.

Die Gestalt der Dammerstocksiedlung führt uns die ,,neue SachIichkeit" der Zeit vor Augen.

Aus dem Baustofflager verschwindet das schmückende, unsachliche Baumaterial der Vorkriegszeit. Ein beliebter Beleg ist nun die Solnhofer Platte: sie wird zu dieser Zeit in dreizehn verschiedenen Maßen gehandelt.

Baustellen der Dreißiger Jahre

Zwei Bauvorhaben charakterisieren die Zeitspanne der Dreißiger Jahre, die von den Folgen der Wirtschaftskrise geprägt ist. Die Arbeitslosigkeit ist ein Hauptproblem der Zeit, man zählt 1932 etwa sechs Millionen Arbeitslose im Deutschen Reich. In Karlsruhe entsteht, ein neues Arbeitsamt in der Kapellenstraße.

Für die Fassade des Arbeitsamtes wird der helle Sandstein aus den Beständen der Fa. Gössel verwendet, Mit diesem Auftrag wurde ein letztes Mal Sandstein aus den Brüchen bei Ochsenbach geliefert.

Mit dem Zeitgeschehen eng verbunden ist ein weiterer Auftragsschub der Firma in den Dreißiger Jahren: der Beginn der Aufrüstung nach 1933 kündigt sich an. Die Artillerie-, Infanterie- und Telegraphenkasernen an der Moltkestraße werden baulich erneuert.

Krieg und Zerstörung: Karlsruhe

Zahlreiche Mitarbeiter der Firma sind zum Kriegsdienst eingezogen. Etwa  50 Feldpostadressen finden sich im Firmenarchiv des Karlsruher Betriebes.

Die in der Firma verbliebenen Mitarbeiter halten Kontakt mit den ehemaligen Kollegen und verfassen Rundbriefe, die regelmäßig verschickt werden. Die jeweiligen Rückantworten werden mit ihrem Datum in Listen vermerkt. So entsteht in den Kriegsjahren eine Buchhaltung der Einzelschicksale: mit den Jahren häufen sich die Vermerke ,,gefallen", ,,vermisst", ,,in Gefangenschalt".

Mit dem Beginn des Luftkrieges entstehen die für die kommenden Jahre bezeichnenden Aufträge der Firma: Materiallieferungen für Notdächer und Notunterkünfte in Leichtbauweise.

Am 12. Dezember 1938 stirb der Firmengründer und Fabrikant Konrad Gössel

Ein erster Angriff im September 1942 auf Karlsruhe, der strategisch der Bahnlinie galt, zerstört das Firmengelände in der Bannwaldallee.

Die zerstörten Lagerhallen und Betriebsgebäude, nahezu das ganze Firmengelände wird zu einer Großbaustelle.

Krieg und Zerstörung: Pforzheim

Im Oktober 1944 liegt die Filiale Pforzheim in Trümmern.

Das Ausmaß der Zerstörung im Stadtkern von Pforzheim verhindert jeden Versuch der Räumung des Firmengeländes für eine lange Zeit. Der Filialbetrieb wird auf ein Nachbargrundstück verlagert.

1945-1948: Die schwarzen Anfänger der Marktwirtschaft

Aus der Distanz betrachtet erscheint der Alltag der ersten Nachkriegsjahre als eine Kette von Abenteuern. Brauchbares aus Restbeständen musste gegen Lebensnotwendiges getauscht werden. Ware gegen Ware. So entstand eine ganze Gesellschaft von Laien-Händlern. Handelsreisenden und Vermittlern, die bei der Ausübung ihrer einzelnen Geschäftsziele in langwierige Tauschketten verwickelt wurden.

In den Austauschprozessen zwischen „Besatzern" und ,,Besetzten", zwischen Bauern und Städtern spielen neben der bekannten Zigarettenwährung die Warenbestände der Stadt Pforzheim eine besondere Rolle. Uhren und Schmuck werden zu transportfreundlichen, unauffälligen Tauschobjekten, die in allen Regionen begehrt sind. Die Pforzheimer Uhren- und Schmuckwährung beschleunigt die Tauschprozesse und ,,erschließt den HändIern auch die weiter entfernten Spezialmärkte" innerhalb einer Besatzungszone.

In Pforzheim beginnt der Baustoffhandel mit der Suche nach verwertbaren Materialien unter den Trümmern des Stadtgebietes. Das erste Fliesen-und Platten-Lager wurde durch Grabungs- und Sammelarbeiten aufgefüllt. Und die ersten bauwilligen Kunden zahlten in der Pforzheimer Uhrenwährung, die es ermöglichte, durch Tauschprozesse die betriebswichtigen Güter wie Autoreifen, Ersatzteile und Benzin zu erwerben.

In Karlsruhe wurde nach und nach der Fuhrpark des Baustoffhandels mit Lastwagen aus den Beständen der amerikanischen Armee aufgebaut. Diese ausrangierten Transporter wurden umgebaut und mit Holzvergasern ausgerüstet. So konnte man, da kein Benzin vorhanden war, wenigstens in den ,,Wäldern tanken".

Das schönste Modell im Fuhrpark der Fima ist ein DKW-Meisterklasse der Vorkriegszeit, der das Kriegsende überstand, da er in Einzelteile zerlegt worden war, die an sicheren Orten aufbewahrt wurden.

Ein flüssiges Tauschgeschäft verhilft der Firma noch zu einem weiteren Fahrzeug, einem Motorrad. Gegen 10 I selbstgebrannten Schnaps konnte eine DKW-Maschine erworben werden.

Start-Zeichen 1950

Die Entwicklung nach dem Krieg: Die Firma und ihre Standorte

Schon um die Jahrhundertwende war die Kombination der Aktivitäten Handel, Fertigung und Handwerksleistung ausgeprägt und wurde auch nach dem 2. Weltkrieg so fortgeführt. Das Angebot der Handwerksleistungen blieb unverändert: die Fliesenverlegung und das Fliesenangebot bilden den Schwerpunkt.

Der firmeneigene Fuhrpark in Karlsruhe - bestehend aus 7 Lastwagen und einem PKW- steht zum Start bereit auf dem Betriebsgelände der Bannwaldallee.

Eine Werbefahrt der Firma Gössel – Baumaterialien – wird veranstaltet. Die Fahrzeuge passieren als Kolonne die Kaiserallee und durchqueren die Karlsruher Innenstadt.

Das Hauptgeschäft in Karlsruhe beginnt seine Aktivitäten nach dem Krieg auf den Stammplätzen Kriegs-/Gartenstraße – dem Stadtlager des Baustoffhandels - und der Bannwaldallee/Ziegelstraße, dem ersten Standort des Betonwerkes, dessen Produkte auch hier gelagert werden.

1953 beginnt der Wiederaufbau des Filialbetriebes in Pforzheim auf dem angestammten Firmengrundstück.

Eine zweite Filiale, die auf dem ehemaligen Lagerplatz für den Sandstein aus den Brüchen bei Ochsenbach errichtet worden war, befindet sich in Vaihingen. Nach einer Zeit der Verpachtung wird diese Zweigstelle wieder übernommen.

Zum vorherrschenden Baustoff des Wiederaufbaus entwickelt sich der Beton. Der Baustoffhandel stellt sich um und liefert fortan nicht mehr nur den Rohstoff, sondern die Fertigmasse Beton. Auf Initiative der Firma Gössel wird 1960 eine Gesellschaft für Lieferbeton gegründet, in der sich die Karlsruher Baustoffhändler zusammenschließen. Es entsteht in der Folge ein neues Betonwerk an der Bannwaldallee.

1963 wird eine dritte Filiale des Baustoffgroßhandels in Rheinzabern eröffnet.

1963/64 entsteht ein zweites Betonwerk auf dem rund 40.000 m² großen Gelände in Oberweier bei Ettlingen. Die Fertigung von Betonwaren wird auch nach dem Krieg im Werk an der Bannwaldallee fortgesetzt. Die Herstellung von Röhren für den Tiefbau ist ein Schwerpunkt der Fertigung.

Die Produktion von Fertigteilen wird im Zuge der Industrialisierung und Rationalisierung des Bauens immer bedeutender. Das führt 1967/1968 zur Verlagerung des bestehenden Betonwerks von der Bannwaldallee nach Ettlingen Oberweier. Damit waren die Standorte zusammengelegt.

1961 /68 verlässt die Firma Gössel ihren Stammsitz in der Kriegs-/Gartenstraße und verlagert sich in die Bannwaldallee. Das Stadtlager wird nun aufgegeben, das Betriebsgelände verkauft. Ein neues Verwaltungsgebäude mit großzügigen Verkaufsflächen wird auf dem Firmengrundstück an der Bannwaldallee errichtet.

Baustoffe für den „heimwerkenden Endverbraucher“ werden nun im Bauzentrum Gössel angeboten, das am 27.09.1968 eröffnet wird.

1970 werden Verkaufsflächen in Bruchsal zur Eröffnung eines Baumarktes angemietet.

Wendepunkt 1975

Die Handelsaktivitäten, das Warenlager, der Fuhrpark, die Büroausstattungen werden 1975 verkauft an die Firma Raab/Karcher, die auch die Mitarbeiter übernimmt.

Die Liegenschaften, Grundstücke, Lagerhallen, Büroräume in Karlsruhe, Vaihingen und Bruchsal werden an den Käufer vermietet, später auch teilweise verkauft.

Im Bestand der Fa. Gössel verbleibt als Handwerksbetrieb die Fliesenabteilung sowie das Betonwerk in Oberweier, das 1984 an ehemalige Mitarbeiter verpachtet wird. Heute hat hier die Firma Mall Beton eine Zweigstelle.

2003 erfolgt auf dem Gelände in Ettlingen-Oberweier der Bau einer Produktionshalle für die Firma Seifried Zahnräder.

Aufbruch 2006

2006 werden auf dem Gelände entlang der Liststraße / Ziegelstraße die alten Baracken abgerissen und entlang der Liststraße 20 entsteht ein Hallenneubau, zunächst für einen Automobilzulieferer erbaut, wird dieser Komplex heute als Möbelverkaufsstelle genutzt.

2006 erfolgt die abschließende Liquidation der Fliesenabteilung mit Handwerksbetrieb. In der Folge widmet sich die Firma Gössel heute als Verwaltungsgesellschaft ausschließlich der Aufgabe der Entwicklung, Vermietung und Verpachtung ihrer Grundstücke und Liegenschaften.

Durch einen Hallenbau erfolgt 2006-2007 der Lückenschluss zwischen dem Verwaltungsgebäude Liststraße 22 und dem Bestandsgebäude aus Kalksandstein der ehemaligen Fliesenabteilung der Firma Gössel.

2007/2008 entsteht auf dem Gelände entlang der Ziegelstraße ein neue Halle mit Verkaufs- und Ausstellungsflächen für Uni-Elektro und Reisser Bäderausstellung. Der Hof wird saniert und reichlich Parkraum geschaffen.

2008/2009 wird das alte Wohnhaus an der Ziegelstraße 6 teilsaniert.

2009 wird auf den Dächern Liststraße 22a eine Photovoltaikanlage installiert.

2010-2011 wird das Gebäude Liststraße 22 Zug um Zug saniert. Durch den neu gestalteten Eingangsbereich mit komplett sanierter Fassade erhält die excellente Architektur der 60er-Jahre eine moderne Anmutung.

2011 – 2014 werden nach und nach mit dem Einzug neuer Mieter und durch Umgestaltung der Mietflächen bei bestehenden Mietverhältnissen, alle Etagen der Liststraße 22 saniert.

Das jüngste Projekt war der in 2016 durchgeführte Anbau an die bestehende Möbelverkaufsfläche Liststraße 20.